Bogensport

Bogenschießen kann man als Sport oder Hobby betreiben. Es bietet mit seinen zahlreichen Aspekten für fast jeden einen Anreiz.

Organisiert wird auch unser Sport durch die Verbände und Vereine, die für die Ausrichtung der offiziellen Meisterschaften eine gewisse Arbeitsteilung vorgenommen haben. Im Verein kann man die Vereinsmeisterschaft bestreiten. Diese ist die Grundlage für die Teilnahme an den Kreis- Bezirks- und Landesmeisterschaften, die von den Landesverbänden ausgerichtet werden. Auf den Landesmeisterschaften kann man sich zur Teilnahme an den deutschen Meisterschaften qualifizieren. Diese dienen neben dem Wettstreit um den Meistertitel auch als Sichtungswettbewerb zur Aufstellung der Nationalkader, die dann an den Europa- und Weltmeisterschaften sowie an den Olympischen Spielen teilnehmen, wenn sie sich qualifiziert haben. Neben den offiziellen Meisterschaftswettkämpfen veranstalten viele Vereine auch freie Turniere. D.h. man meldet sich beim Ausrichter an, entrichtet das Startgeld und hat einen erlebnisreichen Tag vor sich.

Beim Bogenschiessen kommt nicht auf besonders große Kraft des Schützen an, vielmehr steht die Geschicklichkeit, die mentale Verfassung und die Koordination von Körper und Geist im Vordergrund. Der Bogen wird an die körperliche Konstitution des Schützen angepasst, so dass jeder auf seinem persönlichen Leistungsniveau optimal trainieren und schießen kann. Deswegen ist der Bogensport auch für beide Geschlechter und für jung und alt gleichermaßen geeignet. Nicht selten sieht man Familien und Partner, die froh sind, eine Betätigung gefunden zu haben, die sie zusammen ausüben können.

Freizeit- und Wettkampfformen

Wir versuchen, den unterschiedlichen Interessen der einzelnen Bogenschützen gerecht zu werden, indem wir dem Freizeitschützen ebenso ein Betätigungsfeld geben, wie wir dem Wettkampfschützen Trainingsmöglichkeiten geben, um sich auf die Wettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene vorzubereiten. Insbesondere bieten wir das Schießen in vier der international durchgeführten fünf Disziplinen an. Diese sind:

Wettkampfschießen nach FITA Reglement

Hierbei werden in einem Stadion auf eine konstante Entfernung (70 m für Erwachsene) 72 Pfeile geschossen. Die geforderte Präzision ist hier die besondere Herausforderung. Diese Disziplin war schon Bestandteil der Olympischen Spiele der Antike. In den Wintermonaten schießen wir in der Halle auf eine Entfernung von 18 m. Dabei ist das Ziel soweit verkleinert, dass es in etwa so schwierig ist wie das Schießen auf 72 m. Trainiert wird diese Form auf unserer „FITA-Wiese“ und in der Halle.

Feldbogenschießen

Anstatt auf einer ebenen Wiese zu schießen werden beim Feldbogenschießen die natürlichen Begebenheiten des Geländes benutzt, um zusätzliche Schwierigkeiten einzubauen. So schießt man auf eine größere Anzahl verschiedener Zielscheiben, die in unbekannten Entfernungen stehen und Schüsse sowohl nach oben wie nach unter erfordern. Das Feldbogenschießen verbindet die Anforderungen des (in Deutschland verbotenen) jagdlichen Schießens mit der genauen Treffererfassung einer Zielscheibe. Auf unserem Gelände sind zahlreiche Stände mit Zielscheinen fest aufgebaut, um das Feldbogenschießen, auch vom Hang herab zu üben.

3-D Schießen

Wie beim Feldbogenschießen wird im natürlichen Gelände geschossen. Allerdings sind die Ziele mehr oder weniger originalgetreue Tierattrappen, die von einem festgelegten Abschusspunkt aus getroffen werden müssen. Bei manchen Parcours bilden auch Moorhühner oder Dinosaurier die Ziele. Auf 3-D Turnieren findet man häufig traditionell orientierte Schützen, die zum Wettkampf mit Pfeil und Bogen in mittelalterlich nachempfundenen Kostümen antreten. Es befinden sich permanent die unterschiedlichsten 3-D Ziele auf dem Gelände.

Cloutschießen

Aus dem Training der englischen Langbogenschützen ging das Cloutschießen hervor, wobei das Ziel früher ein Lappen oder Kissen war, das in Entfernungen bis zu 235 m ausgelegt wurde. Heute stellt man eine kleine Flagge auf und schießt aus 165 m (Herren) und 125 m (Damen und Jugend). Wegen des großen Platzbedarfs können wir das Cloutschießen nur einmal pro Jahr auf der Koppel einer Reitanlage durchführen. Dies richten wir dann als Turnier aus, damit auch Schützen benachbarter Vereine daran teilnehmen können.

Flightbow-Schießen

Hierbei geht es ausschließlich um die maximal erzielbare Weite. Es werden spezielle Pfeile und Bögen gebaut, um die bestehenden Bestmarken zu übertreffen. Derzeit liegen die Bestmarken in verschiedenen Klassen bei ca. 1200 m. Diese Disziplin wird bei uns nicht unterstützt.
Besondere Durchführungen gibt es bei den drei ersten Disziplinen, wenn zum Beispiel im Dunkeln geschossen wird. Solch ein „Nachtschießen“ veranstalten wir einmal jährlich im August als 3-D Turnier für unsere Mitglieder. Von anderen Vereinen werden auch 24-Stunden Turniere durchgeführt, bei denen Mannschaften gegeneinander antreten und neben der Treffsicherheit auch in der Ausdauer wetteifern. Das Schießen vom galoppierenden Pferd wird eigentlich nur von Spezialisten, meist in Schauturnieren gezeigt.

Bögen

Es gibt ca. 12000 Jahre alte Höhlenzeichnungen, auf denen man Bogenschützen erkennen kann. Vor ca. 3000 Jahren wurde bereits der Bau von Kompositbögen in Vorderasien beschrieben. Dabei wurden Bögen aus zum Teil mehreren Holzschichten verleimt und zusätzlich mit elastischen Materialien belegt. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden dann einerseits neue Konstruktionsformen eingeführt andererseits modernste Polymerwerkstoffe verwendet, die zu den heute verwendeten Sportbögen führten. Man unterscheidet folgende Bogenklassen:

Langbogen

Dieser Bogen geht auf die Langbögen der Engländer zurück, mit denen sie vor der Einführung der Feuerwaffen zum Teil erstaunliche Kriegserfolge erzielten. Ein traditioneller Langbogen wird aus einem Stück Holz gearbeitet, wogegen moderne Langbögen Mehrschicht- verleimt und auch Glasfaser- belegt hergestellt werden. Wichtig ist, dass der Bogen im entspannten Zustand gerade ist und dass die Sehne im gespannten Zustand nicht auf den Wurfarmen aufliegt. Langbögen werden nur mit Holzpfeilen geschossen.

Recurve-Bogen

Bei dieser Bauweise sind die Wurfarme in Schussrichtung nach vorn gebogen, wohingegen das Mittelstück zum Schützen hin gekrümmt ist. Durch diese Formgebung lässt sich der Bogen angenehmer ziehen als z.B. ein einfacher Langbogen. Man unterscheidet weiterhin in einteilige und dreiteilige Bögen, bei denen man Mittelstück und die Wurfarme trennen und in gewissem Umfang kombinieren kann. Der einteilige Bogen wird auch als Jagd- Recurve bezeichnet, wenn er nicht länger als 62″ ist. Auch der einteilige Reiterbogen gehört hierhin. Aufgrund der recht kurzen Wurfarme eignet er sich sehr gut für das Schießen vom Pferd. Der Recurve Bogen kann als Blankbogen geschossen werden. Hierbei wird auf zusätzliche technische Hilfsmittel verzichtet, wie sie beim meist dreiteiligen, Olympischen Recurve verwendet werden (Stabilisatoren, Visiereinrichtung, Auszugskontrollen).

Compound

Diese erst in 1969 erfundene Technologie verwendet neben der Sehne noch weitere Kabel, die, über Hebel oder Rollen geführt, die Kraftentfaltung des Bogens verändern. Insbesondere ist die Zugkraft im Vollauszug geringer als im nur teilweise ausgezogenen Zustand, so dass mit weniger Kraftanstrengung gezielt werden kann. Der Compound Bogen wird, eher selten, in manchen Disziplinen als Blankbogen geschossen. Am häufigsten wird er jedoch unter Verwendung der technischen Hilfsmitte benutzt (Stabilisatoren, Visiereinrichtung, Peep- Sight, Release)